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Iv Toshain

* Public Relations
06.05.2026

Wiener Künstlerin Iv Toshain vertritt die Republik Nauru bei der 61. Biennale di Venezia

Zwischen Macht und Entropie: Die Wiener Künstlerin Iv Toshain vertritt die Republik Nauru bei der 61. Biennale di Venezia

Venedig / Wien – Iv Toshain, eine der profiliertesten Stimmen der zeitgenössischen Kunstszene Wiens, wurde ausgewählt, ein zentrales Werk für den ersten Nationalpavillon der Republik Nauru auf der 61. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia zu gestalten. Mit ihrer monumentalen Installation „Erewhon“ dekonstruiert die gebürtige Bulgarin koloniale Machtsymbole angesichts der globalen Klimakrise.

Ein historisches Debüt für Nauru

Die Republik Nauru, die kleinste Inselnation der Welt, präsentiert 2026 erstmals einen eigenen Nationalpavillon in Venedig. Unter der Kommissarin Isabella Dageago, M.P. und dem Kurator Khaled Ramadan widmet sich die Gruppenausstellung mit dem Titel „AIM Inundated: Imagining Life After Land“ den existenziellen Bedrohungen durch den Klimawandel und postkolonialen ökologischen Fragen. In einer Welt, in der Territorien physisch verschwinden, stellt der Pavillon die Frage nach einer Identität „nach dem Land“.

Das Werk: „Erewhon“ – Die Flagge eines fiktiven Imperiums

Iv Toshain steuert mit „Erewhon“ (benannt nach Samuel Butlers Satire von 1872) eine drei Meter hohe, ortsspezifische Installation bei. Das Werk erscheint als Flagge eines fiktiven Imperiums, gefertigt aus einer aggressiven Materialästhetik:

  • Materialität: Rostige viktorianische Stacheldrahtbarben aus dem 19. Jahrhundert, eisenförmige Spikes, polierte Aluminium- und Plastikketten (300 × 130 × 60 cm).
  • Symbolik: Die Farbcodes – Blau, Schwarz, Weiß, Rot und Gelb – zitieren die koloniale Vexillologie (Fahnenkunde). Während der obere Teil durch ein obsessives Muster aus Spikes totale Überwachung und staatliche Kontrolle suggeriert, löst sich die Fahne zum Boden hin in eine verfilzte Masse aus Ketten und Fesseln auf.

Toshain schafft damit ein kraftvolles Sinnbild für Entropie und den Zerfall hegemonialer Systeme, das gleichermaßen den Klimakollaps wie die Folgen des Postkolonialismus widerspiegelt.

Über Iv Toshain: Kunst als Widerstand

Die 1980 in Sofia geborene Künstlerin, die seit vielen Jahren in Wien lebt und arbeitet, ist bekannt für ihre Auseinandersetzung mit Machtstrukturen. Geprägt durch eine Kindheit im Irak und Libyen während geopolitischer Konflikte, transformiert sie Symbole von Staat und Religion in physisch erfahrbare Objekte. „Meine Arbeit untersucht die Dualität von Zeichen – ein Stern kann Licht spenden oder eine Wunde reißen“, so Toshain. Ihre Arbeiten wurden international gewürdigt, unter anderem in der Heidi Horten Collection, im MAK Wien, dem Lentos Kunstmuseum und der Nationalgalerie Sofia. Die Teilnahme an der Biennale 2026 markiert einen weiteren Höhepunkt ihrer Karriere.

Service-Informationen

Vernissage: Dienstag, 6. Mai 2026, 17:00 Uhr

Ort: Calle Bosello 3683, Venedig, Italien
Pavillon: National Pavilion of the Republic of Nauru
Kuratoren-Team: Khaled Ramadan, Camilla Boemio, Stefano Cagol
Teilnehmende Künstler:innen (Auszug): Iv Toshain (AUT), Kauw Tsitsi (NRU), Stefano Cagol (ITA), Khaled Hafez (EGY), Sylvia Grace Borda (CAN).

Offizielle Website: www.nauru-biennalevenezia.com

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